2. November 2009
Eine Art Endspurt-Gefühl hat eingesetzt. Letzte Woche habe ich davon geträumt, es hätte beim ersten Mal geklappt, und ich hatte bereits einen Kugelbauch, und die Wehen setzten ein… dann bin ich aufgewacht und dachte, „war ja gar nicht so schlimm“. Miss Sixty meinte, ich sei mehr als bereit.
Wir haben unseren Helfer angeschrieben und planen uns noch vor Weihnachten zu treffen zwecks Absprachen. Dann können wir auch schon den ES näher vorraus berechnen, um ihm ein Zeitfenster im Januar zu bieten.
Ich bin weiterhin fleißig am Temperatur messen und LH bestimmen. Auch wenn beide Dinge manchmal seltsame Wege gehen, scheint mein Zyklus weitgehend regelmäßig zu sein. Praktischerweise habe ich im Dezember eine normale gyn. Vorsorgeuntersuchung, zufälligerweise kurz vor meinem ES, wo ich noch mal auf Follikelschau gehen kann.
Letztens ist mir schmerzlich bewußt geworden, daß ich nächstes Jahr (unter Umständen in anderen Umständen) nicht an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen kann. Wurde nämlich für die Gay-Games angefragt, die im Juli 2010 in Köln stattfinden. Hatte kurz überlegt, mich einfach anzumelden, falls ich tatsächlich nicht schwanger sein sollte bis dahin. Doch ehrlich gesagt rechne ich so fest damit, daß es illusorisch wär, teilzunehmen. Hatte das irgendwie in unserer Kinderplanung aus den Augen verloren und nicht gedacht, daß das „Opferbringen“ schon so zeitig beginnt. Und ich dachte, das schwerste wär auf Alkohol zu verzichten. Tz, tz, tz…
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31. Oktober 2009
Heute ist das erste Mal, daß es mir nicht sofort die Tränen in die Augen treibt, wenn ich die Bilder von Mica sehe. Jedoch ist das nur mit einer zeitlich begrenzten emotionalen Distanz zu bewerkstelligen – wenn man des Weinens müde ist.
Ich weiß nicht, welche Art von Beitrag angemessen ist dem letzten zu folgen. Im direkten Vergleich wirkt vieles banal. Morgen werden es sieben Wochen sein. Vergesst den ersten Satz, den ich schrieb, ich könnt schon wieder heulen. Heute ist Halloween, ich bin allein, Miss Sixty in Berlin.
Ich probiers morgen noch mal.
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19. September 2009
Mein Kleines – mehr als 16 Jahre hast du uns so viel Freude gemacht und der Abschied fällt mir schwer. Du hast alle Geschöpfe um dich herum verzaubert und mit deiner übersprühenden Lebensfreude angesteckt. Dir konnte keiner widerstehen.

Du hast eine riesige Lücke in unsere aller Leben hinterlassen und ich weine jeden Tag um dich. Ich vermisse dein weiches Fell, deinen warmen Atem und deinen wachen, intelligenten Blick. All die Jahre warst du meine treue Begleiterin, die mir auch in schwierigen Zeiten Trost geschenkt hat. Du hast uns gelehrt, was bedingungslose Liebe bedeutet, Freundschaft, Vergebung, Vertrauen, Familie. Wenn das „Rudel“ zusammen kam, war das die schönste Zeit für dich. Und du hast uns gescholten, wenn jemand die Harmonie stören sollte.

Mica
Es ist die schwerste Entscheidung meines Lebens gewesen, dich in Frieden gehen zu lassen. Und nur mein Versprechen dich nicht leiden zu lassen, zwang mich diesen Entschluß zu fassen. Ich habe nicht geweint, als ich deinen Kopf hielt. Das letzte, was du sahst, war mein Gesicht mit einem Lächeln. Ich hoffe, daß ich deiner gerecht geworden bin, denn nicht weniger hast du verdient.
Liebe Mica, der Schmerz des Verlustes brennt heiß in meiner Brust. Und wie ein kleines Kind möchte ich glauben, daß du an einem schönen und friedlichen Ort auf uns wartest. Wenn es soweit ist, werden wir uns wiedersehen. Wir vermissen dich sehr, kleines Mica.

* 11. Februar 1993, † 13. September 2009
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2. September 2009
Früher oder später mußte es soweit kommen.
Miss Marple und Miss Sixty werden heiraten!
Erstaunlich, wenn man bedenkt, daß ich niemals nie heiraten wollte. Gerade deshalb war mir wichtig diesen Schritt unabhängig von userer Kinderplanung machen zu wollen. Jedoch liegt meine Angst darin, die Beziehungszeit vor der Ehe zu entwerten, nicht für mich, aber doch nach außen für andere. Schließlich zählt man nur noch Ehejahre. Innerlich wird sich für mich nichts ändern. Und unser Jahrestag wird für uns der 18. März bleiben. Allerdings ist es die beste Gelegenheit unsere Liebe zu feiern mit allen, die uns wichtig sind.
Nun kann es natürlich ganz leicht passieren, daß wir dann schon schwanger sind. Immerhin fangen wir im Januar an. Hochzeitstermin ist am 23. Juli 2010.
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17. Juni 2009
Wer hätte gedacht, daß wir in solch kurzer Zeit einen Helfer finden. Genau genommen haben wir so früh mit der Suche begonnen, um nicht in Bedrängnis zu kommen, wenn es konkret los gehen soll. Und vor allem, weil wir viele Bedenken hatte, daß uns keiner gut genug sein könnte.
Insgesamt haben wir drei Männer angeschrieben, deren Anzeigen wir ansprechend fanden. Alle haben sehr nett und freundlich geantwortet. Doch auch wenn kein persönlicher Kontakt da war und wir auch keine Fotos gesehen haben, bekamen wir auch schon durch die Mails einen ersten Eindruck. Ich war erleichtert, daß keine seltsamen Kontakte dabei waren. Offensichtlich bin ich mit unbegründeten Sorgen und zu vielen Vorurteilen an die Suche gegangen.
Beflügelt von der Unkompliziertheit, haben wir uns schon nach kürzester Zeit mit dem Kandidaten, der uns beiden am sympathischsten erschien, verabredet. Schließlich wollten wir nicht lange hin und her schreiben, wenn es dann doch nicht passen würde. Das Treffen lief toll, sehr entspannt und ich war unaufgeregter als ich dachte. Alles fühlte sich einfach gut an.
Wir waren uns einig: Wir fühlen uns gut mit ihm, beide.
Aber nun stehen wir hier und haben noch ein halbes Jahr Zeit, bis wir überhaupt loslegen wollen. Unser Helfer möchte auch dann noch für uns zur Verfügung stehen. So unspektakulär kann die Suche nach einem Spender zu Ende gehen. Wir hatten kurz überlegt, einen weiteren Kandidaten zu treffen, aus reiner Neugier. Doch dazu wird es nun nicht kommen, da keine Notwendikeit besteht. Jetzt heißt es Warten.
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7. Mai 2009
Ich kann mich dieses Gefühls einfach nicht erwehren bei der Samenspendersuche als Bittstellerin aufzutreten. Ein sehr unangenehmes Gefühl, die Sache nicht selbst in der Hand zu haben, sondern auch noch unser Unvermögen so sehr zur Schau zu tragen. Dies ist einer der Gründe (nicht der Hauptgrund) warum ich mich dagegen entschieden habe, einen bekannten Mann um Hilfe zu bitten.
Also ein unbekannter Spender soll es sein, der aus völlig uneigennützigen Gründen seinen Teil beitragen soll. Und nun haben wir auch unsere ersten Anfragen an mögliche Kandidaten verschickt. Der nächste Schritt ist dann ein Treffen, um die Sympathie abzuchecken, denn tausende Mails können da keine Aussage treffen. Da muß das Gefühl einfach stimmen. Warum also lange Nachrichten hin und her schicken?
Und trotzdem läßt sich der rationale Teil meines Gehirns nicht abstellen, der über die Äußerlichkeiten nachdenkt. Doch ich zwinge mich, das nicht so wichtig zu nehmen und denke statt dessen an die hervorragenden körperlichen Vorraussetzungen, die ich bereits mitbringe. Trotzdem überwiegt hier die Neugierde und das Vertrauen, daß es uns an unsere Ziel bringt, gegenüber irgendwelcher Bedenken.
Nicht zuletzt wird auch die innere Einstellung unseres Helfers (so nennen wir unseren Spender in Spe) darüber entscheiden, ob wir uns „wohlfühlen“, mit ihm auch weitere logistische Absprachen zu treffen.
Diese Gedanken hören sich nun sicherlich sehr viel an, doch letzten Endes Beschreiben sie den Moment, der nur einige Sekunden dauern wird. Das erste Treffen, der erste Eindruck, die ersten Gefühle. Wie aufregend!
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11. April 2009
Letzte Woche waren S. und ich für zwei Tage in die Niederlande gefahren. Es war ein spontan geplanter Kurztrip. Wir hatte uns seit unserer letzten Hollandreise vorgenommen wieder über den Abschlußdeich des IJsselmeeres zu fahren und diesmal endlich den ersehnten Halt in der Mitte des Deiches zu machen. Gesagt, getan! Ungünstigerweise hatten wir nicht das beste Wetter, aber es ist faszinierend, wie diese Autobahn auf dem Deich mitten durchs Meer führt, ringsum nur von Wasser umgeben. Übernachtet haben wir in einer kuriosen Anlage am Rande von Amsterdam, die sich Lucky Lake nennt, auf dessen Gelände über zwanzig Wohnwagenanhänger aufgestellt sind, in denen die Gäste einzeln oder zu zweit untergebracht werden. Auf solche abgefahrenen Locations steh ich ja total. Und wenns nur für eine Nacht war. Am nächsten Tag gings über Amsterdam wieder nach Haus.
Meine Eltern warten schon sehnsüchtig auf Nachwuchs von mir, wobei meine Mutter keine Gelegenheit ausläßt, mir/uns das unter die Nase zu reiben. Dementsprechend konnte sie von unserem Ausflug auch nichts anderes annehmen, als das wir uns über niederländische Samenspender informiert haben. Offensichtlich hat es die Runde gemacht, das die Niederlande ein Mekka für Lesben mit Kinderwunsch sei. Leider mußte ich sie enttäuschen. Denn manchmal fährt ein lesbisches Pärchen mit Kinderwunsch auch einfach aus touristischen Gründen in die Niederlande.
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5. April 2009
Wieder ist eine meiner Kolleginnen schwanger, doch ist das noch nicht offiziell. Allerdings ist irgendetwas durchgesickert, außer dem Namen, und nun stehen quasi alle Frauen (im gebärfähigem Alter) unter Generalverdacht, diejenige zu sein. Unglücklicherweise hatte ich an jenem Tag auch noch so ne Art Babydoll an, was reichlich verdächtig aussah und dafür verantwortlich war, daß auch ich mit Schwangerschaftsgerüchten überhäuft wurde.
Einerseits fühlte ich mich sehr geschmeichelt, weil ich nicht kategorisch ausgeschlossen wurde aus dem Kreis der Verdächtigen. Andererseits werden durch solche Ereignisse Situationen heraufbeschworen, die mir wiederum unangenehm sind. Auch diesmal kam die Frage: „Willst du/ihr Kinder?“ Und wenn ich nicht lüge, dann kommt unvermeidlich die nächste Frage:“ Wie wollt ihr das denn dann machen?“ Sorry, aber das ist wirklich kein Thema, das ich mit Kollegen besprechen möchte. Echt nicht!
Zum Glück kommen solche Fragen nicht sehr häufig und wenn ich merke, daß nicht nur sensationslustige Neugierde dahinter steckt, antworte ich auch ehrlich. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Dabei merke ich immer wieder, daß Leute die nicht in meiner Haut stecken, nicht den blassesten Schimmer haben, womit sich zwei Frauen auseinanderzusetzen haben. Besonders seltsam empfinde ich immer noch die Frage nach Fremdadoption, die ich gerne damit beantworte, daß ich durchaus in der Lage bin, selbst ein Kind zu bekommen.
Manchmal stell ich mir vor, wie es sein wird, wenn ich denn irgendwann tatsächlich schwanger sein sollte, es meinen Kollegen mitzuteilen. Und ich freu mich schon auf die gemischten Reaktionen, die ich in ihren Gesichtern ablesen können werde, zwischen Erstaunen, überrascht sein, Freude, Belustigung und der quälenden Frage wie und mit wem wirs denn „gemacht“ haben. In erster Linie glaube ich aber, daß sich alle für uns freuen werden.
Mach mir halt gern über ungelegte Eier Gedanken.
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4. April 2009
Als ichs gesehen hab, musste ich es sofort auch haben. Total genial. Gesehen hier.

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1. April 2009
Meine Frau und ich leben momentan in zwei verschiedenen Städten und führen demnach eine Fernbeziehung. Um uns nicht aus den Augen zu verlieren, pendeln wir beide hin und her, je nachdem, wer Zeit zum Fahren hat. Da wir die Strecke am besten mit dem Zug bewältigen, haben wir uns die BahnCard 50 mit Partnerkarte zugelegt. Das war beim Antrag vor zwei Jahren schon ein Drama, da wir nicht mit der gleichen Adresse gemeldet sind. Hallo? Deshalb brauchen wir doch schließlich die Bahncard, oder? Offensichtlich muß ein Nachweis über einen „gemeinsamen Haushalt“ erbracht werden. Aber siehe da, ein Mietvertrag mit beiden Namen hat die nette Bahntante dann endlich einsichtig gestimmt und unser Antrag mit Partnercard ging durch, nach einer Odyssee durch die Bahncenter. Diese Bestimmungen sind sowas von easy zu umgehen, wenn es einer drauf anlegt, daß ich sie für überflüssig halte. Aber nun ja. Ein Jahr später wurde die Bahncard anstandslos verlängert. Wie schön!
Nun haben wir einen der Wohnorte zwischenzeitlich gewechselt (leider pendeln wir immer noch). Und obwohl ich die Adresse online geändert habe, hat die nette Bahn unsere Karten trotzdem an die alte Adresse geschickt und wundert sich, daß sie zurückkamen. Und nu? Der ganze Schmu noch einmal, wie vor zwei Jahren schon mal. Die Karte mußte also von Neuem beantragt werden. Und wieder erstaunte Gesichter: „Aber ihre Adressen stimmen nicht überein!“ Na, und? Aber diesmal waren wir ja schlauer und hatten unseren Mietvertrag direkt dabei, der scheinbar bezeugt, das wir „Lebenspartner“ sind. Wenns schee macht!
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