Montags gehen wir immer zur Babygruppe. Eigentlich ist es schon eine Krabbelgruppe, weil die Babys alle bereits älter sind als Schlumex. Ich kenne die Frauen halt noch von meinem Yogakurs in der Schwangerschaft und da waren alle halt schon viel weiter als ich. Und ich finds auch gar nicht schlimm, daß die anderen schon krabbeln. Schlumex fühlt sich wohl und strahlt die anderen Babys an, wenn die angekrabbelt kommen.
Ansich ist Beikost noch kein Thema für uns, da wir mit dem Stillen sehr gut zurecht kommen. Doch unser KiA hat schon angekündigt uns bei der U4 über Ernährung aufzuklären, da sich die Empfehlungen geändert haben. Natürlich habe ich mich bereits versucht übers Inet schlau zu machen, da ich mir zu Allem gerne selbst einen Überblick verschaffen möchte. Nur auf eine einzelne Person zu hören, selbst wenn sie Arzt ist, ist mir zu unausgewogen.
Wie bei den meisten Empfehlungen führt ihr Befolgen oder nicht Befolgen selten zu akuten Problemen oder gar Spätfolgen. Deshalb hat mich die Geschichte von einer Mutter doch sehr gewundert. Ihr erstes Kind hat “erst” nach dem sechsten Monat mit Beikost angefangen, laut den Empfehlungen zu dem damaligen Zeitpunkt, und auch nur ganz bestimmte Nahrungsmittel in einer ganz bestimmten Reihenfolge. Da sie und ihr Mann an Allergien leiden, glaubt sie gut mit dieser Methode zu fahren und wollte das mit ihrem zweiten Kind genauso handhaben. Das sagte sie auch ihrer KiÄ. Diese soll nun auf sie eingeredet haben auf jeden Fall zwei Monate eher beizufüttern, wie es in den neuen Empfehlungen steht.
Hierbei finde ich es sehr befremdlich, daß die Ärztin die Entscheidung nicht ohne Diskussion der Mutter überlassen kann. Zumal diese ihren Standpunkt redlich klar gemacht hat und einleuchtende Argumente vorgebracht hat, zusätzlich zu den guten Erfahrungen mit dem ersten Kind. Und das obwohl noch ein halbes Jahr vorher eine ganz andere Empfehlung von eben der selbigen Ärztin verbreitet wurde. Außerdem geht es hier nur um zwei Monate. Die Mutter hat sich eine zweite Meinung eingeholt und macht es jetzt so, wie sie es ohnehin geplant hat. Schade, daß sie erst so verunsichert werden mußte.
Empfehlungen sind keine Dogmen. Ich möchte niemanden bekehren, doch ich widerrum möchte auch nicht bekehrt werden. Aufklärung ist eine Sache, aber die Entscheidung muß immer noch bei den Eltern liegen und dann auch respektiert werden.
Wie werden wir das handhaben? Wir haben uns keinen festen Zeitpunkt gesetzt, sonder wollen darauf warten, daß uns die Kleine signalisiert, wenn sie soweit ist und Lust auf Neues hat. Das kann früher oder später sein, egal. Reißen tue ich mich nicht ums Füttern, denn Stillen ist für uns alle noch das Praktischste.
Vor einigen Tagen hat Schlumex angefangen sich auf die Seite zu drehen. Dabei schwingt sie die Beine hoch, hebt die Hüfte leicht und läßt die ganze Buchse nach rechts fallen. Danach dreht sie sich aber jedesmal wieder zurück auf den Rücken. Da ihr auf dem Bauch liegen generell nicht ganz koscher ist, traut sie sich natürlich nicht komplett zu drehen, denn dann hätte sie den Salat. Ich übe die Bauchlage fast täglich mit ihr und sie wird auch immer stärker, doch auf der Beliebtheitsscala rangiert diese Position definitiv sehr weit unten. Nur die letzten Tage hab ich sie damit in Ruhe gelassen, weil sie etwas verschleimt war. Wobei ich sie jetzt schon einige Male zum Schlafen tagsüber auf den Bauch gedreht habe, da ich manchmal das Gefühl hab, daß sie dabei mehr Erdung erfährt und teilweise ruhiger schläft. Heute hat sie sich sogar für einige Sekunden mit den Armen hochgestemmt, nachdem sie aufgewacht ist. Doch nur um mit dem Gesicht in der Matratze liegend loszuzetern. Ich find das immer so süß, daß ich sie im Anschluß total abknutschen muß. Im Hinblick auf eine positive Konditionierung ist diese Vorgehensweise wohl nicht gerade pädagogisch wertvoll.
Leider fühle ich mich zeitweise wieder alleinerziehend. Obwohl vorlesungsfreie Zeit ist, muß Miss Sixty ihr Schulpraktikum absolvieren und mußte dabei nach der Klausurenzeit ohne Pause wieder einsteigen. Hierbei bleibt im Moment Zeit zu dritt ein wenig auf der Strecke. Aber nur mit diesem Pensum kann sie in zwei weiteren Semestern abschließen und dafür nur 18 Monate ins Ref gehen. Aber im Sommer wird verreist. Auch wenn wir es gar nicht schaffen unseren Urlaub zu planen, geschweigedenn zu buchen. Beim nächsten Kind werden wir definitiv mehr Zeit einplanen.